In der Kreislaufanlage des Betriebs muss der Sauerstoffgehalt in allen Becken konstant und exakt regulierbar sein – selbst bei wechselnden Fischgrößen, unterschiedlichen Wassertemperaturen und schwankenden Wasserflüssen. Daher ist eine kontinuierliche Sauerstoffzufuhr erforderlich, wobei der Sauerstoff eine hohe Reinheit aufweisen muss. Die für die Sauerstofferzeugung im Kompressor erzeugte Druckluft darf nur eine geringe Feuchtigkeit haben, um weder Korrosion im System zu verursachen noch Bakterienwachstum oder Schimmelbildung zu ermöglichen. Auch muss der Restölgehalt sehr niedrig sein. Diese Anforderungen erforderten eine Lösung, die präzise mit der bereits bestehenden Steuerungstechnik arbeitet und gleichzeitig in der Lage ist, selbst bei hohen Belastungsspitzen automatisch und schnell auf Schwankungen zu reagieren. Ein weiteres wichtiges Kriterium war die Kompaktheit des Systems, da die verfügbaren Technikräume begrenzt waren. Die Lösung musste platzsparend und wartungsarm sein, um den Betrieb langfristig effizient zu gestalten und den Wartungsaufwand auf ein Minimum zu reduzieren. Ziel war es, eine Anlage zu realisieren, die die Anforderungen an Präzision, Zuverlässigkeit und Energieeffizienz gleichzeitig erfüllt. Mit BOGE hat Fischzucht Moser einen passenden Premium-Anbieter gefunden, der sowohl die Druckluftversorgung als auch Sauerstofferzeugung mit den Anlagen von INMATEC sicherstellt, dem führenden Hersteller von Stickstoff- und Sauerstoffgeneratoren, der seit August 2023 zur BOGE Familie gehört.
Die eingesetzte Druckluftanlage von BOGE besteht aus einem frequenzgeregelten Schraubenkompressor C15-2LF mit einer Nennleistung von 15 kW. Zur Sicherstellung einer konstanten Druckluftqualität gemäß ISO 8573-1 wurde die Anlage mit einer Aufbereitung ausgestattet. Ein 500-Liter-Druckluftbehälter sorgt für die notwendige Pufferung, während ein DT 26 Kältedrucklufttrockner mit Vorfilter Kondensat und Korrosion verhindert. Ein Aktivkohleabsorber mit Mikrofiltration führt zu einer hohen Luftreinheit, um Verunreinigungen im System auszuschließen. Zur Sauerstoffversorgung wird der Sauerstoffgenerator INMATEC PO 150 verwendet, der eine Kapazität von 7,8 Nm³/h bei einer Reinheit von 90 % bietet. Nach dem Prinzip der Druckwechseladsorption (PSA) wird komprimierte Luft durch verschiedene Filter geleitet, um sie von Verunreinigungen wie Staub, Öl und Feuchtigkeit zu befreien. Die gereinigte Luft gelangt dann in einen Adsorptionsbehälter, der mit einem speziellen Material gefüllt ist. Dieses adsorbiert Stickstoff bei hohem Druck, während Sauerstoffmoleküle durchgelassen werden. Der so erzeugte Sauerstoff wird in einen 250-Liter-Behälter gespeist und über ein Rohrsystem mit feinjustierbaren Ventilen direkt in die Becken der Kreislaufanlage eingeleitet. Ein wichtiger Aspekt ist die Automatisierung der Sauerstoffdosierung: Durch die Integration von Sensoren, die den Sauerstoffgehalt im Wasser kontinuierlich messen, wird die Zuführung automatisch angepasst, insbesondere bei Ereignissen wie einer Fütterung, bei der der Sauerstoffgehalt schnell sinkt und dementsprechend angepasst werden muss. „Optimale Bedingungen in unserer Forellen- und Saiblingszucht liegen bei einem Wert zwischen 7,5 und 9,0 mg/l gelöster Sauerstoff“, sagt Franz Josef Brindlinger, Inhaber des Fischzuchtbetriebes. „Unter 6,5 mg/l beginnen Stressreaktionen – daher ist eine lückenlose Kontrolle und automatische Nachführung unerlässlich.“
Mit der kontinuierlichen Sauerstoffzufuhr und der effizienten Druckluftversorgung hat die Fischzucht Moser eine maßgeschneiderte, technisch ausgereifte Lösung erhalten, die höchste Zuverlässigkeit und Effizienz bietet. Die Anlage hat sich bereits im dritten Betriebsjahr amortisiert. Der Fischzuchtbetrieb profitiert von einer klaren wirtschaftlichen Verbesserung durch die Einsparung externer Sauerstofflieferungen, die Reduktion von Ausfällen sowie den verbesserten Wachstumsverlauf der Fische. „Die präzise Sauerstoffzufuhr in Echtzeit, kombiniert mit hoher Energieeffizienz, hat uns geholfen, Betriebskosten zu senken und gleichzeitig eine gesunde Umgebung für die Fische zu schaffen“, erklärt Franz Josef Brindlinger. „Das System reagiert sofort auf Schwankungen und gewährleistet so stabile Bedingungen, die für das Wachstum der Fische entscheidend sind.“